Kuratorin und Künstler:innen erzählen

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Wieso ReCollect!

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Ida Ekblad / Matias Faldbakken

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Daniela Ortiz

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Hulda Zwingli

Ida Ekblad / Matias Faldbakken

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Wo befindet sich die Ausstellung?

Im Moser-Bau 2. OG und im Chipperfield-Bau 1. OG. Siehe den interaktiven Besucherguide!

Auf den ersten Blick erscheinen die Arbeiten von Matias Faldbakken (*1973), Schriftsteller und Künstler, und Ida Ekblad (*1980) sehr unterschiedlich. Doch die beiden eint das Interesse an objektbasierter Kunst – sowohl an ihren Möglichkeiten als auch an ihren Problemen. Beide arbeiten gerne mit kunsthistorischem Material, teils begeistert-bejahend, teils bewusst schnell und zufällig. Dieser Ansatz der Hommage und gleichzeitigen Vernachlässigung ist eine produktive Kraft in der künstlerischen Praxis von beiden. Er eröffnet Raum für Kritik, Humor und Experimente. Ekblad dringt mit ihrem energischen und furchtlosen Schaffen in die traditionell männlich besetzten Gebiete der grossformatigen Malerei und der Bronzeskulptur ein. Faldbakken schafft eher zurückhaltende Arbeiten – die er mit «imaginärem Dissens» umschreibt. Für «ReCollect!» arbeiten die beiden zum ersten Mal zusammen und schaffen eine gemeinsame Installation, in der sie ausgewählte Werke aus der Kunsthaus-Sammlung durch ihre eigene künstlerische Praxis interpretieren. Ihre Gesten eröffnen neue Sichtweisen auf die Art und Weise wie die Bestände im Museum normalerweise gezeigt werden.

Zweite Installation, neu im Chipperfield-Bau

Für ihre zweite Installation innerhalb der Reihe ReCollect! haben die in Oslo tätigen Kunstschaffenden Ida Ekblad und Matias Faldbakken eines ihrer Lieblingswerke aus der Sammlung, Francis Picabias Cure-dents (Zahnstocher, um 1924), vier bemalten Bronzeskulpturen von Ekblad gegenübergestellt. Faldbakken hat anschliessend die Entfernung zwischen Picabia und Ekblad «vermessen» – mit einem VHS Band des Splatterfilms1 Stage Fright (dt. Lampenfieber) aus dem Jahr 1983.

Bilder: Matias Faldbakken / Ida Ekblad, Ausstellungsansicht «ReCollect!», Kunsthaus Zürich, 2023, Foto: Franca Candrian, Kunsthaus Zürich

Daniela Ortiz

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Wo befindet sich die Ausstellung?

Im Moser-Bau 1. Stock. Siehe den interaktiven Besucherguide!

Daniela Ortiz (*1985, Peru) kreiert visuelle Erzählungen, die hegemoniale Machtstrukturen und das kapitalistische System hinterfragen sowie Konzepte von Nationalität, sozialer Klasse und Kategorisierungen aufgrund von Hautfarbe und Herkunft kritisch untersuchen. Ortiz, die 2023 ihre erste Theaterarbeit mit dem Neumarkt-Ensemble Zürich realisiert hat, setzt sich in ihrem Werk mit Rassismus sowie historischen und aktuellen Formen von kolonialer Ausbeutung auseinander. Um sich formal von einer eurozentrischen Ästhetik der Konzeptkunst abzusetzen, verwendet sie oft handwerkliche Techniken und arbeitet mit Keramik, Stickerei oder nun für «ReCollect!» mit Handtufting.
In ihrem neuen Projekt für das Kunsthaus Zürich reflektiert Ortiz die jahrhundertealte und konfliktbeladene Geschichte von Landbesitz und Ausbeutung. Anhand von Hans Sebald Behams Grafiken aus der Kunsthaus-Sammlung verbindet sie Vergangenheit und Gegenwart und zieht Parallelen zwischen dem Deutschen Bauernkrieg, der Geschichte der revolutionären Landreformen im globalen Süden sowie aktuellen Missständen in der europäischen Landwirtschaft.

Bilder: Daniela Ortiz, Ausstellungsansicht «ReCollect!», Kunsthaus Zürich, 2023, Foto: Franca Candrian, Kunsthaus Zürich

Hulda Zwingli

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Wo befindet sich die Ausstellung?

Im Moser-Bau im Erdgeschoss. Siehe den interaktiven Besucherguide!

Hulda Zwingli ist ein anonymes Künstlerinnenkollektiv aus Zürich, das die ungleichen Geschlechterverhältnisse in der Kunstwelt sowie im öffentlichen Raum unter die Lupe nimmt und anprangert. Das Kollektiv wurde am 14. Juni 2019, dem Frauenstreiktag gegründet und tritt seither mit regelmässigen Instagram-Posts zum Thema sowie Aktionen im öffentlichen Raum auf. Der Name setzt sich aus dem Vornamen einer historischen Schweizer Kunstsammlerin, Hulda Zumsteg (Kronenhalle), sowie dem Namen des Zürcher Reformators Zwingli zusammen. Seit der Gründung kritisiert Hulda Zwingli das Kunsthaus Zürich dafür, dass Künstlerinnen in der Sammlung wie auch im Programm nicht adäquat vertreten sind. Nun ist Hulda Zwingli ins Depot gestiegen und hat einige Trouvaillen hervorgeholt: Alice Bailly, Amanda de Leon, Annie Stebler-Hopf, Else Thomann-Buchholz, Grandma Moses, Helen Dahm, Irmgard Micaela Burchard-Simaika, Lavinia Fontana, Margherita Osswald-Toppi, Maria Lassnig, Marianne von Werefkin, Mary Kelly und Sophie Schaeppi. Die Ergebnisse ihrer Recherchen haben sie hier zusammengetragen.

In Kombination dazu zeigt das Kollektiv Momentaufnahmen der eigenen Protestaktionen sowie Arbeiten gleichgesinnter zeitgenössischer Künstlerinnen (Alice K. Roberts, Andrea Ritter, Brigit Meier, Elisabeth Eberle, Ruth Righetti, Seline Fülscher und Ursina Roesch). Als einzige historische Leihgabe ergänzt ein Werk von Anne Marie Jehle (1937–2000) die Präsentation.

Bilder: Hulda Zwingli, Ausstellungsansicht «ReCollect!», Kunsthaus Zürich, 2023, Foto: Franca Candrian, Kunsthaus Zürich

#kunsthauszürich

Die Sammlung

Die ReCollect! Ausstellungen sind im Sammlung PLUS Ticket inbegriffen.

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