Klang, Film und Performance verwandeln den Müller-Bau in einen Resonanzraum für Körper, Erinnerung und Geschichte. Eine mehrkanalige Installation verbindet alle vier Stockwerke und fragt, was von einem Live-Moment bleibt – und wie aus seinen Spuren Neues entstehen kann.
Tell it anyway
Für «Residuum» entwickeln sie eine mehrkanalige Klang- und Filminstallation, die sich über den gesamten Müller-Bau erstreckt. Temporäre Wände werden entfernt und die offene Architektur wieder freigelegt. Klang, Gesang und Musik breiten sich über vier Stockwerke aus und verbinden die Ebenen; zwei Filminstallationen von Lemon rahmen die Präsentation im Erdgeschoss und im obersten Stockwerk. Die Klanginstallation basiert auf dem Album «Tell it anyway» (2026) und blickt auf die gemeinsame Arbeit rund um «Rant» und «Rant redux» zurück. Am 12. und 13. Dezember 2026 tritt ein neuer Performance-Zyklus mit Darrell Jones, Lysis (Ley), April Matthis und Okwui Okpokwasili in Dialog mit der Installation und der Architektur. Am 19. November findet ein Artist Talk mit Kevin Beasley statt. Die von Hendrik Folkerts kuratierte Ausstellung fragt, was von einem Live-Moment bleibt und wie aus seinen Spuren Neues entstehen kann.
Der Müller-Bau: Das Künstlerhaus
1976 eröffnete das Kunsthaus den nach dem Architekten Erwin Müller benannten Erweiterungsbau. Seine offenen, lichtdurchfluteten Räume standen für einen neuen Museumstyp. Ein SRF-Beitrag aus dem Eröffnungsjahr hält diese Aufbruchstimmung fest. Bald wurde die offene Raumstruktur durch verschiebbare Wände gegliedert, von denen einige über die Jahrzehnte zu festen Bestandteilen wurden.
Fünfzig Jahre später werden diese Einbauten entfernt. Der Müller-Bau soll wieder als offener, öffentlicher Raum erfahrbar werden, in dem Künstler:innen mit der Architektur und der Sammlung des Kunsthauses in Dialog treten. Das neue Programm knüpft damit an die Anfänge des Kunsthauses als Künstlerhaus an – als einen von Kunstschaffenden getragenen Ort für Kunst und Begegnungen mit dem Publikum.