Klang, Film und Performance verwandeln den Müller-Bau in einen Resonanzraum für Körper, Erinnerung und Geschichte. Eine mehrkanalige Installation verbindet alle vier Stockwerke und fragt, was von einem Live-Moment bleibt – und wie aus seinen Spuren Neues entstehen kann.

Die Künstler: Der Körper und Klang als Archive

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CHF 24.–/17.–* inkl. Zutritt zur gesamten Sammlung.
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Ralph Lemon (*1952 in Cincinnati, USA) und Kevin Beasley (*1985 in Lynchburg, USA) verbindet seit rund fünfzehn Jahren ein kontinuierlicher künstlerischer Dialog. Lemon, der aus der New Yorker Downtown-Szene hervorgegangen ist, arbeitet an den Schnittstellen von Choreografie, Schreiben, Zeichnung, Video und Installation. Im Zentrum steht der Körper als Archiv: Wie werden Geschichte, Erinnerung, Zugehörigkeit und Entwurzelung körperlich gespeichert und weitergetragen? Beasley verbindet Performance, Klang und Skulptur. Für seine Arbeiten verwendet er unter anderem Kleidung, Sneakers und Durags, deren Spuren von Gebrauch und Geschichte in den fertigen Objekten erhalten bleiben. Auch Klang versteht er als materielles und körperlich erfahrbares Medium. Ihre Zusammenarbeit beruht auf der gemeinsamen Überzeugung, dass Körper und Klang historisches Material sein können.

«Residuum» handelt von dem, was bleibt—der langjährigen Zusammenarbeit zwischen Ralph Lemon und Kevin Beasley, ihrer gemeinsamen Performancepraxis und dem Wandel des Müller-Baus. Aus dem Bestehenden schaffen wir etwas Neues und Lebendiges.»

– Hendrik Folkerts, Chief Curator of Programme, Kunsthaus Zürich

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Foto © Ian Douglas, 2019
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Foto © Ian Douglas, 2019
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Kevin Beasley, Foto © Jose Caldeira, 2019
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Nyara Williams, Courtesy of Counterpublic, 2023
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Ralph Lemon, Foto © MacArthur Foundation, 2020
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Tell it anyway

Für «Residuum» entwickeln sie eine mehrkanalige Klang- und Filminstallation, die sich über den gesamten Müller-Bau erstreckt. Temporäre Wände werden entfernt und die offene Architektur wieder freigelegt. Klang, Gesang und Musik breiten sich über vier Stockwerke aus und verbinden die Ebenen; zwei Filminstallationen von Lemon rahmen die Präsentation im Erdgeschoss und im obersten Stockwerk. Die Klanginstallation basiert auf dem Album «Tell it anyway» (2026) und blickt auf die gemeinsame Arbeit rund um «Rant» und «Rant redux» zurück. Am 12. und 13. Dezember 2026 tritt ein neuer Performance-Zyklus mit Darrell Jones, Lysis (Ley), April Matthis und Okwui Okpokwasili in Dialog mit der Installation und der Architektur. Am 19. November findet ein Artist Talk mit Kevin Beasley statt. Die von Hendrik Folkerts kuratierte Ausstellung fragt, was von einem Live-Moment bleibt und wie aus seinen Spuren Neues entstehen kann.

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Der Müller-Bau: Das Künstlerhaus

1976 eröffnete das Kunsthaus den nach dem Architekten Erwin Müller benannten Erweiterungsbau. Seine offenen, lichtdurchfluteten Räume standen für einen neuen Museumstyp. Ein SRF-Beitrag aus dem Eröffnungsjahr hält diese Aufbruchstimmung fest. Bald wurde die offene Raumstruktur durch verschiebbare Wände gegliedert, von denen einige über die Jahrzehnte zu festen Bestandteilen wurden.

Fünfzig Jahre später werden diese Einbauten entfernt. Der Müller-Bau soll wieder als offener, öffentlicher Raum erfahrbar werden, in dem Künstler:innen mit der Architektur und der Sammlung des Kunsthauses in Dialog treten. Das neue Programm knüpft damit an die Anfänge des Kunsthauses als Künstlerhaus an – als einen von Kunstschaffenden getragenen Ort für Kunst und Begegnungen mit dem Publikum.

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Abb. oben: Foto © Ralph Lemon